Medikamentenmanagement in Einrichtungen der Behindertenhilfe
Viele Menschen mit Behinderungen sind dauerhaft oder zeitweise auf eine regelmäßige medikamentöse Behandlung angewiesen. Die Organisation, Vorbereitung, Verabreichung und Dokumentation von Medikamenten gehört daher zu den verantwortungsvollsten Aufgaben im Arbeitsalltag der Eingliederungshilfe. Fehler im Umgang mit Arzneimitteln können gesundheitliche Risiken für die betreuten Menschen sowie rechtliche Konsequenzen für Mitarbeitende und Einrichtungen nach sich ziehen.
Dieses praxisorientierte Tagesseminar vermittelt die wichtigsten fachlichen, organisatorischen und rechtlichen Grundlagen eines sicheren Medikamentenmanagements. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über ihre Verantwortlichkeiten im Rahmen der Behandlungspflege, lernen die grundlegenden Anforderungen an die Arzneimittelversorgung kennen und gewinnen Sicherheit im Umgang mit häufig eingesetzten Medikamenten in der Eingliederungshilfe.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der sicheren Medikamentengabe, der Beobachtung von Wirkungen und Nebenwirkungen sowie der Vermeidung typischer Fehler im Arbeitsalltag. Praxisnahe Fallbeispiele und der Erfahrungsaustausch unterstützen den Transfer in die tägliche Arbeit.
Rechtliche Grundlagen
- Rechtliche Grundlagen des Medikamentenmanagements in der Eingliederungshilfe
- Behandlungspflege und Delegation pflegerischer Aufgaben
- Verantwortlichkeiten der Mitarbeitenden
- Dokumentationspflichten und Haftungsfragen
- Anforderungen der Leitlinie „Behandlungspflege in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe“ der fünf Fachverbände
Organisation des Medikamentenmanagements
- Zusammenarbeit mit ÄrztInnen und Apotheken
- Bestellung, Lagerung und Kennzeichnung von Medikamenten
- Stellen, Ausgabe und Entsorgung von Arzneimitteln
- Umgang mit Betäubungsmitteln
Sicherer Umgang mit Medikamenten
- Die 6-R-Regel und weitere Sicherheitsstandards
- Häufige Fehlerquellen und deren Vermeidung
- Wirkungen und Nebenwirkungen erkennen
- Besonderheiten häufiger Medikamentengruppen in der Eingliederungshilfe (u. a. Psychopharmaka, Antiepileptika, Schmerzmedikamente)
Praxis
- Gesundheitsbeobachtung nach der Medikamentengabe
- Praxisbeispiele aus Einrichtungen der Eingliederungshilfe
- Erfahrungsaustausch und Bearbeitung typischer Fragestellungen aus dem Berufsalltag
Fachvortrag, Praxisnahe Fallbeispiele, Gruppenarbeit und Erfahrungsaustausch, Diskussion typischer Situationen aus dem Berufsalltag, Entwicklung praxisnaher Handlungsempfehlungen
