Grenzsetzung ohne Bestrafen – aber wie!?
„Wenn du nicht damit aufhörst, dann…?!“ Wer kennt nicht selbst diesen Satz aus Kindheit und Jugend? Wenn er ausgesprochen wurde, war sehr schnell klar, dass auf ein gerade gezeigtes Verhalten wahrscheinlich Bestrafung folgte. Wenn wir uns dazu rückblickend die Frage stellen, wie Bestrafung auf uns gewirkt hat – zu welcher Antwort kommen wir wohl?
Auch im pädagogischen Alltag werden wir oftmals mit Situationen konfrontiert, in denen wir den vielleicht letzten Ausweg in einer „Bestrafung“ sehen. Welchen Sinn aber macht aus pädagogischer Sicht Strafe? Was lernt die betroffene Person daraus? In vielen Fällen bleibt fraglich, ob das angestrebte Ziel durch die Strafe erreicht wird. Wenn nicht, wie setzen wir Grenzen?
In diesem Seminar wird der Frage nachgegangen, wie Orientierung gebende Grenzen gesetzt werden können, ohne dass sie einer negativen Bestrafung gleichkommen und in einem Beziehungskonflikt oder sogar Beziehungsabbruch enden. Welche Haltung unsererseits ist dabei erforderlich? Was benötigt die betroffene Person, um der gegebenen Grenzsetzung nachzukommen?
- Grundgedanken und historische Hintergründe von Bestrafung
- Moralische Entwicklung und Menschenbild
- Systemische und humanistische Aspekte des Konzepts „neuer“ Autorität
- Grenzsetzung im pädagogischen Kontext zwischen innerer Stärke und autoritärem Intervenieren
- Zirkuläre Aspekte der Präsenz in der Beziehungsgestaltung
- Die drei Kernbedürfnisse im sozialen Miteinander
- Haltungs- und Handlungsaspekte der beruflichen Rolle
Ziel des Seminars ist es anhand konkreter Praxisbeispiele mögliche andere Wege für die eigene Arbeit zu entwickeln, um Orientierung zu geben.
- Auseinandersetzung mit der Sinnhaftigkeit und Wirkung von Bestrafung
- Entwicklung einer differenzierten Sichtweise zwischen negativer autoritärer Bestrafung und Orientierung gebender Grenzsetzung auf der Basis „neuer“ Autorität
- Erarbeitung von Lösungsansätzen im Umgang mit schwierigen Verhaltensweisen und Situationen
Die Vermittlung der theoretischen Inhalte erfolgt in Verknüpfung mit Praxisbeispielen, Gruppenarbeit, Übungsaufgaben
