Beziehungen als Kern der psychischen Genesung
Psychische Genesung ist tiefgreifend mit der Qualität menschlicher Beziehungen
verknüpft. Oftmals wurzeln psychische Erkrankungen in belastenden
Beziehungserfahrungen der Vergangenheit. Diese können Symptome hervorrufen, die
wiederum die Fähigkeit beeinträchtigen, gesunde Beziehungen aufzubauen. Die
sozialpsychiatrische Arbeit muss daher die zentrale Rolle menschlicher Interaktion
anerkennen. Nur durch den Austausch und die Interaktion aller Beteiligten können
passende Maßnahmen entwickelt und die Situation der Betroffenen verbessert werden.
Es ist entscheidend zu verstehen, dass solche Interaktionen entweder zu einer
Fortsetzung des Leidens oder zu neuen Erfahrungen in der Beziehung und somit zur
Genesung führen können.
Diese Fortbildung konzentriert sich auf die essenziellen sozialen und persönlichen
Kompetenzen, die für eine wirksame Beziehungsarbeit unerlässlich sind. Sie beleuchtet
die Voraussetzungen für neue Erfahrungen in der Beziehung und untersucht Faktoren,
die Begegnungen prägen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der konstruktiven Natur
von Beziehungskonflikten. Schließlich werden Strategien erarbeitet, um die Balance
zwischen den Bedürfnissen der Klienten und den beruflichen Grenzen zu wahren.
Das Programm zielt darauf ab, die Kompetenzen der Teilnehmer über reines Fachwissen
hinaus zu erweitern. Dies geschieht auf der Grundlage integrierter Ansätze aus der
beziehungsorientierten Psychoanalyse, der Transaktionsanalyse, der Systemtheorie und
der Bindungstheorie. Durch kritische Reflexion und intensive Auseinandersetzung
verbessern die Teilnehmer ihre Fähigkeit, mit Machtdynamiken umzugehen. Sie lernen,
die angemessene Distanz zu wahren und sich selbst gut zu schützen.
Dieser Fortbildungskurs ist für Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen konzipiert, die mit besonders schutzbedürftigen Menschen arbeiten. Sie lernen, wie Sie eine vertrauensvolle und effektive Kommunikation aufbauen, um die Beziehung zu Ihren KlientInnen sinnvoll zu gestalten.
Die Dozentin ist keine Muttersprachlerin, spricht aber ein verständliches Deutsch.
Das Seminar ist für Mitarbeitende in der Assistenz von Menschen mit psychischen Erkrankungen konzipiert. Es eignet sich weniger für den Bereich „geistige Behinderung und psychische Erkrankung“.
